Lüftungssteuerung im Bad

Ich habe in IP-Symcon ein Skript zur automatischen Badlüftung umgesetzt, welches minütlich ausgeführt wird. Ziel ist es, nach dem Duschen möglichst effizient zu lüften, ohne den Ventilator unnötig lange laufen zu lassen.

Die Duscherkennung basiert primär auf der absoluten Luftfeuchtigkeit (g/m³). Dabei wird die aktuelle absolute Feuchtigkeit mit einer Referenz aus der Vergangenheit verglichen. Steigt die absolute Feuchtigkeit deutlich an, erkennt das Skript dies als Duschvorgang und startet einen Lüftungszyklus. Zusätzlich wird auch die relative Luftfeuchtigkeit berücksichtigt, allerdings eher ergänzend und im Sinne einer Plausibilisierung bzw. „freien Luftaufnahme“.

Der Lüftungszyklus arbeitet mit Intervallen. Nach einer Dusche läuft der Ventilator zunächst für eine definierte Zeit („ON-Phase“). Danach folgt ein kurzer Nachlauf („AFTER-Phase“), bevor eine Pause („PAUSE-Phase“) beginnt.

Interessant ist dabei:

  • Die Laufzeiten des Ventilators werden im Verlauf der Zyklen immer kürzer.

  • Gleichzeitig werden die Pausen immer länger.

  • Wird die Luft bereits früh wieder trocken genug, kann ein laufendes Intervall vorzeitig beendet werden.

  • Umgekehrt kann auch eine Pause künstlich verkürzt werden, falls die Feuchtigkeit wieder deutlich ansteigt.

Dadurch entsteht eine adaptive Lüftungssteuerung, welche auf den tatsächlichen Feuchteverlauf reagiert und nicht einfach starr mit festen Zeiten arbeitet.

Zusätzlich besitzt das Skript eine Abbruchlogik:
Falls der Ventilator fünfmal hintereinander vorzeitig beendet wird, die Pausen jedoch jeweils vollständig ablaufen, interpretiert das System dies als „praktisch trocken“ und beendet den gesamten Lüftungszyklus automatisch. Spätestens nach 40 Intervallen wird der Zyklus ebenfalls beendet.

Das Skript protokolliert alle Intervalle in einer Tabelle. Dort wird unter anderem aufgezeigt:

  • wann der Ventilator gestartet wurde,

  • wann er gestoppt wurde,

  • wie lange die jeweilige Laufzeit war,

  • weshalb ein Intervall beendet wurde (Timeout oder vorzeitiger Stop),

  • sowie die gemessenen Feuchtigkeitsdifferenzen.

Ein Teil der Programmierung und insbesondere der strukturellen Ausarbeitung des Skriptes entstand mit Unterstützung von ChatGPT.

Inreressant, warum hast du diesem Weg über Änderung der absoluten Luftfeuchte gewählt? Es wäre spannend, mehr zur Grundidee dieser Lösung zu erfahren, also warum es nicht die konventionelle Lösung mit relativer Feuchte und Hysterese sein sollte.

Ich habe in der Dusche einen Bewegungsmelder, das funktioniert eigentlich auch recht zufriedenstellend im Zusammenhang mit dem Ventilator

Das Einschalten des Lichtes in der Dusch ist auch ein Kriterium.

Die relative Luftfeuchtigkeit würde ich nicht empfehlen. Sobald im Winter der Ventilator läuft, sinkt die Temperatur im Bad. Dies hat zur Folge, dass die relative Luftfeuchtigkeit sogar steigt, obwohl der Ventilator läuft.

Das Sinken der Temperatur ist auch der Grund, warum man eher Intervall Betrieb verwenden sollte. Damit kühlen sich die Temperaturen im Bad nicht. Durch die warmen Wände ist die Verdunstung auch höher.

Man sollte hier im Forum sehen, wie man von der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit auf die Absolute Luftfeuchtigkeit rechnet. (Theoretisch sollte man auch den Luftdruck verwenden. Es genügt jedoch die Approximation mit einem konstanten Luftdruck.)

1 „Gefällt mir“

Danke für die Erläuterung, das Auskühlen beim Lüften scheint dann wegen unterschiedlicher Lüftungsanordnungen recht individuell zu sein.

Die Berechnung der absoluten Feuchte liefern meine Sensoren direkt, es ging mir um die Überlegungen/Erfahrungen zum Konzept.

In der Graphik sieht man das Klima im Bad. Hellgrün zeigt, ob der Ventilator gerade läuft. Man sieht, dass die Temperatur beim ersten Lüften sofort sprunghaft senkt. Wenn man genauer hinsieht, sieht man, dass die Temperatur und die absolute Luftfeuchtigkeit analog des Ventilator oszilliert. In der Graphik gegengleich zum Ventilator on. Die Relative Luftfeuchtigkeit springt eher unerklärlich hin und her.

Krasse Kurven, so ein unplausibles Gezappel und unplausible Wert der rF kenne ich nicht. Was sind das für Sensoren? Wo montiert?

Wenn man sich die Daten RAW anschaut und gemäss “Stunde” sieht es bisschen besser aus. Aber klar. Die Temperaturmessgeräte sind keine Laborgeräte. Ich verwende Digitalstrom. Dort senden die Temperaturmessgeräte nicht ständig die neuen Temperaturen. Ebenso ist der Rückkanal von den Temperaturen innerhalb von Digitalstrom in IP-Symcon auch noch träge.

Was du zum Verständnis der Werte nachtragen könntest: woher kommt die Frischluft, was ist das für ein Ventilator? Offensichtlich wird die Frischluft nicht aus der geheizten Wohnung gezogen sondern kalte Außenluft?

Mich erstaunen die niedrigen Temperaturwerte (warum zum Teil unter 15 Grad im Bad?) und die extremen Werte der rF. Alles von Werten und Verhalten völlig anders als bei mir, darum die Frage. Deine konkrete Badsituation würde zum Verständnis helfen.

Thema zyklisches Schalten des Ventilators: ist das nicht abträglich für die Lebensdauer?

Um diese Urzeil ist es draussen 10.7 Grad. Im Sommer öffne ich das Fenster zum Lüften. Auf diesen Punkt bin ich nicht eingegangen. Wenn die Temperatur über 19 Grad draussen ist, öffne ich das Fenster, bei weniger als 17 Grad schliesse ich das Fenster. Bei geöffnetem Fenster werden nur die ersten Intervalle mit dem Ventilator unterstützt. Danach kommt eine Unterdrückung.

Ja, der Ventilator holt die Luft von draussen. Es ist ein Ventilator aus dem Baumarkt für unter 100 Euro. Ich weiss, es gibt für vielleicht 500 Euro bessere Ventilatoren, welche die Luftzirkulation nicht nur durch Lampellen schliessen sondern mit Federklappe. Ebenso ist ein Rückfliessen der Luft möglichst verhindert.

Ist auf meiner Einkaufsliste. Hat aber noch andere Gegenstände auf dieser Einkaufsliste.

Ventilator Tipp ist aber immer willkommen. ist 15 cm Rohr. Brauche einen Innenventilator mit Wandmontage.

Wir haben bei uns reine Fensterlüftung das ganze Jahr hindurch, deshalb bin ich beim Lüfter nicht ganz im Thema, dachte aber dass die immer als Abluftlüfter nach draußen lüften und die nachströmende Luft vorgewärmt aus der übrigen Wohnung kommt? Also nicht Kaltluft unmittelbar in‘s Bad strömt?

Der Sensor ist bei uns neben der Tür und nicht unmittelbar im Kaltluftstrom, deshalb sehe ich keine so niedrigen Temperaturen.

Ich dachte auch, dass das Fenster genügen sollte. Im Winter immer das Fenster offen gehalten lassen, ist keine gute Idee. Vorallem der Heizkörper in meinem Bad kann man überhaupt nicht einstellen. Irgendwie schmerzte mich die Idee, heisser Heizkörper und kalte Aussenluft wird damit erwärmt. Deshalb machte ich mich an dieses Projekt.

Ich stellte jetzt fest, dass das geöffnete Fenster viel weniger effektiv ist, als dieser drehende Ventilator. Ursprünglich plante ich 15 min und fertig. Musste dann aber feststellen, dass sehr bald die Luftfeuchtigkeit wieder steigt. Schlussendlich entschied ich mich für Intervallschaltungen. Zuerst plante ich 5 Intervalle. Ich wurde eines besseren belehrt. Im Winter bei einem feuchten Tag, brauche ich gerne 40 Intervalle. Bei einem schönen Frühlingstag genügen 12 Intervalle. Die Sommer kommt bald; dann weiss ich mehr über den Verlauf im Sommer.

Ich nutze einen Bayernlüfter. Da muss ich nicht scripten.

https://www.bayernluft.de/de/normanzeige.cgi?search_field=klasse&search_for=geraet

LG

So mache ich das seit 15Jahren genau über der Dusche. Da sitzt auch ein HYT221 und gibt die Werte an LCN weiter. Logik liegt immer noch im LCN.