Energiemanagment mit Symcon

Hallo zusammen,
Ich beschäftige mich gerade mit dem Energiemanagement für 2 Projekte die sehr unterschiedlich sind.
Zum einen geht es um ein EFH mit PV, Batteriespeicher, Wallbox (22 KW) und Miele-Geräte W1, T1 …
Hier soll es um einen möglichst hohen Eigenverbrauch und um die Kappung der Last bei 3x35 Amper gehen.

Zum Zweiten geht es um ein Industriegebäude das mit PV und Batteriespeicher zur Spitzenkappung erweitert werden soll.

So unterschiedlich die Anforderungen der Projekte, so gleich das Thema!
Ich habe mich auf der Eltefa in Stuttgart letzte Woche mal auf den neusten Stand gebracht und bin an jedem 2. Stand über die gleichen Begriffe gestolpert:

Eebus und OCPP (Open Charge Point Protocol)

Es scheint als hätten sich die Mehrheit der Firmen auf diese 2 Kommunikationswege geeinigt.
Erstaunlich fand ich, dass nicht nur PV und Ladegerätehersteller, sondern auch Hzg. und Wärmepumpenhersteller involviert sind.
Das könnte also tatsächlich funktionieren…

Jetzt die eigentlichen Fragen:

Kennt sich schon jemand mit den Protokollen aus oder hat diese im Einsatz?
Wird es seitens Symcon eine Anbindung an diese Protokolle geben?
Was schätzt ihr die 2 Protokolle im Bezug auf die Zukunft ein?

Für mich steht auf jeden Fall fest, dass es eine Elektromobilität ohne Lastmanagment nicht geben wird.
Zumindest nicht Nachrüstbar in ein bestehendes Gebäude mit Wärmepumpe, PV und der derzeitigen Absicherung.
Somit sehe ich hier ein sehr großes Potential für Symcon und auch für die Intergratoren.

Gruß Isi

Hallo,

sollte dieses Projekt noch aktuell sein hätte ich eine Antwort.

Ich hab sowas bei uns schon mit Symcon realisiert. Steuerung PV, Batterie, WP und Ladestation inkl. Überlastmanagement.

Ich konnte alle Komponenten per Modbus TCP und KNX steuern. Grundsätzlich ist Ocpp eine feine Sache aber für eine Hausinterne Steuerung lohnt es sich nicht. Dafür ist die Schnittstelle zu aufwendig denke ich.

Mfg Daniel

Moin @Daniel90 ,

hast du eine Lösung? Das thema interessiert mich.

gruß

Ich habe bei mir auch ein Lastmanagement für die „Großverbraucher“ meiner PV-Anlage im Eigenverbrauch. Das ist vorallem mein Warmwasserspeicher mit elektr. Heizpatrone und die Wallbox. Beides wird vorrangig mit Eigenverbrauchsstrom bedient. Wobei ich in der Regelungstechnik auch noch nicht perfekt bin, wenn gerade beide Großverbraucher am Netz sind. Da hätte ich früher in der Regelungstechnik besser aufpassen sollen bei den PID-Reglern und Co.

Ich kann aber gern meine Erfahrungen hier austauschen und sicherlich auch noch dazu lernen.
@Dustin781, was möchtest du genau wissen oder wo stehst du bei deinem Projekt?

Moin, ich stehe so ca. bei 0% ;-).

Meine Idee ist das ich den Überschuss gut verteilen kann.
Also in die Wallbox, ggf. Regeln, dann in die Klimaanlagen Heizen oder Kühlen, Pool Pumpe oder wie auch immer.

In einer Art Prioliste.

  1. Wallbox
  2. Klima
  3. Pool Pumpe

Hauptsache der Strom wird verbraucht.

bin ich auch dran, sobald Überschuss vorhanden ist, wird er als Wärme in der Heizung (Patrone) verbraten und andere Verbraucher

Hast du ein Skript dazu gebaut?
darf man das mal sehen :-)?
ich stelle mir das schon etwas komplexer vor, da alle Geräte ja auch in der Leistung schwankenk. Das einzige was ich wirklicht steuern könnte wäre die Wallbox.
wenn ich jetzt die Klimaanlage anwerfe und auf Heizen gehe ist das ja auch mal mehr und weniger.

ich skripte erst, wenn alle Geräte da sind, dürfte aber kein Problem sein

Für meinen Warmwasserspeicher mit einer 3kW-Heizpatrone mit Thyristorsteuerung habe ich folgendes Skript:

<?
//Überschussleistung von der PV-Anlage am Einspeisezähler
$Ueberschuss=GetValueFloat ( 49585);
//Thyristorspannung
$Thyristor=GetValueinteger(54446);
//Hilfsvariable zur internen Berechnung
$Boiler=$Thyristor*30;

//Berechnung der Thyristorspannung und Regelung 0-10V
//Berechnung nur wenn Boilerautomatik aktiv
if (GetValue(30116 )== true)
{
	//Berechnung mit dem vorhergehenden Wert
    $Boiler=$Boiler+$Ueberschuss;
    
    //für absinkende Einspeisung (damit kein negativer Wert berechnet wird)
    if ($Boiler<0) $Boiler=0;
    //bei Sommersonne
    if ($Boiler>3000) $Boiler=3000;

    $Thyristor=$Boiler/300;
}
//Fall Boilerautomatik inaktiv
else {$Thyristor=0;}

Setvalueinteger(54446, $Thyristor*10);

?>

Ich schaue mir zuerst an, wieviel Leistung eingespeist wird. Diese Einspeiseleistung nutze ich dann und rechne sie auf 0-10V um für den Thyristor. Damit wird dann genau die Leistung für die Heizpatrone genutzt, die eigentlich eingespeist wird. Der Kniff ist vielleicht, diese Zeile:

	//Berechnung mit dem vorhergehenden Wert
    $Boiler=$Boiler+$Ueberschuss;

Das Skript läuft bei Einspeisung > 0 und „Boilerautomatik an“ aller 2 Sekunden. Ich kann natürlich auch manuell eingreifen.

Mein zweiter Großverbraucher, die Wallbox von go-e, wird nach dem gleichen Prinzip mit so einem Skript gesteuert.

GOeCharger_setCurrentChargingAmperage(24924, $Wallstrom);

Was ich noch nicht hinbekommen , dass die beiden Regelungen gemeinsam wirken. Derzeit arbeiten beide Skripte unabhängig voneinander. Wenn die Sonne nicht für beide Verbraucher ausreichend ist, müssen sie sich ja reineinteilen. Da haperts bei mir noch.

genauso habe ich das auch geplant, allerdings nur mit 2kw-Patrone :smiley: .
Da mein BZx4 erst in 1,5J kommt, habe ich mit der Wallbox noch Zeit. Vermutlich wird dann die Priorität 1.Auto, 2 Speicher, 3. Patrone
Wobei das Auto bidirektional auch als Speicher (bis 50%) fungieren soll, außer an geplanten Tagen darf vorher nichts entnommen werden.

Das mache ich bei mir auch so.
Bei Überschuss wird als erstes die Batterie über den MPII geladen, bei weiterem Überschuss noch ein weiteres Netzteil um die Pylons schneller zu laden zugeschaltet.
Wenn dann noch Überschuss sein sollte werden nacheinander die drei Heizstäbe im WW-Speicher zugeschaltet und wenn immer noch etwas geht, werden auch die elektrischen Handtuchheizkörper nach bestimmten Bedingungen noch zugeschaltet.

Heißt im Umkehrschluss alle anderen Verbraucher, auch WP, habe immer Vorrang und schalten nacheinander rückwärts die o.g. Verbraucher ab, bis es am Netzübergabepunkt wieder ausgeglichen ist.
Reicht das nicht, wird aus dem Akku ins Hausnetz eingespeist.

Das macht aber nicht ein Script alleine, sondern die jeweiligen Scripte der Verbraucher selber, nach einer Prio, nach welcher Offsetzeit zugeschaltet wird und bei welchen Bedingungen diese auch wieder abgeschaltet werden.

Ob man das alles in nur ein Script verpacken kann, weiss ich nicht. Das ist schon an recht viele Bedingungen geknüpft.

Viele Grüße,
Doc

es ist übersichtlicher, wenn alles sauber getrennt ist, vor allem bei einer Fehlersuche

Die hohe Kunst der Regelungstechnik ist für mich, wenn bei nicht für alle ausreichender Überschuss da ist, in den sich die einzelnen (voneinander unabhängigen) Verbraucher dann reinteilen oder jemand bekommt wegen einer Priorität mehr Anteile als andere. Das habe ich noch nicht geschafft.