Zuverlässige Wind-Überwachung und Gefahrenbewertung (CV7-OEM, InfluxDB, Grafana) – Open Source

ich möchte hier ein kleines Open-Source-Projekt vorstellen, das ich in den letzten Wochen aufgebaut habe und für Symcon-Anwendungen interessant sein dürfte.

In der Gebäudeautomation (insbesondere bei Beschattung, Markisen, Sonnensegeln, leichten Fassadenelementen etc.) ist Wind einer der kritischsten Umweltfaktoren.

Typische Probleme, die ich in bestehenden Lösungen gesehen habe:

  • reine Schwellwert-Logik („Wind > X m/s“)

  • starke Abhängigkeit von einzelnen Messspitzen

  • Fehlalarme bei Böen oder Richtungswechseln

  • mangelnde Nachvollziehbarkeit, warum ein Alarm ausgelöst wurde

  • wenig saubere Historisierung und Auswertung

Entstanden ist ein kompletter Mess- und Auswertungs-Stack, der hochaufgelöste Winddaten aufnimmt, diese zeitlich und statistisch sinnvoll aggregiert, daraus einen mehrstufigen Risiko-Index berechnet, und die Ergebnisse visualisiert und alarmiert

Repository:
https://github.com/aagaag/wind-telemetry-cv7-oem


Wie funktioniert das technisch?

Datenfluss (vereinfacht):

Ultraschall-Windsensor
        ↓
Serial-to-IP (TCP)
        ↓
Python TCP-Reader
        ↓
Telegraf
        ↓
InfluxDB 2
        ↓
Flux-Tasks (Aggregation & Risiko)
        ↓
Grafana Dashboard + Alerts

Wesentliche Punkte:

  • Rohdaten (mehrere Messungen pro Sekunde) werden erfasst

  • daraus werden u. a. berechnet:

    • Böen (10 s, 1 min)

    • gleitende Mittelwerte

    • Böenfaktor

    • Richtungsstabilität (Vektor-Mittelwert, kein „360°-Artefakt“)

  • am Ende entsteht ein diskreter Risiko-Level (0–3):

    • 0 = unkritisch

    • 1 = Beobachtung

    • 2 = kritisch (z. B. Markisen einfahren)

    • 3 = akut / gefährlich

Alarme werden nicht auf Rohwerten ausgelöst, sondern auf diesen abgeleiteten, robusten Kenngrößen.


Visualisierung & Alarmierung

  • Grafana Dashboard (vollautomatisch provisionierbar)

    • Live-Werte

    • Zeitreihen

    • Ampel-Darstellung (grün / gelb / rot)

  • Grafana Alerting

    • saubere Eskalationslogik

    • E-Mail, Webhooks etc.

    • leicht erweiterbar (z. B. IP-Symcon, MQTT)


Verwendete Hardware

  • CV7-OEM Ultraschall-Windsensor
    Hersteller: LCJ Capteurs

Vorteile:

  • keine beweglichen Teile

  • sehr schnelle Reaktionszeit

  • hohe Langzeitstabilität

  • professionelle Qualität (Industrie / Meteorologie)

Die Anbindung erfolgt aktuell über Serial-to-IP (TCP), das NMEA-ähnliche Datensätze liefert.


Eine Integration in IP-Symcon wäre relativ einfach, z. B. über:

  • HTTP-Abfrage der InfluxDB

  • Webhook-Empfang von Grafana-Alerts

  • MQTT-Bridge

  • oder direkte Abfrage des Risiko-Levels (0–3)

Feedback, Fragen oder Ideen sind sehr willkommen.

Viele Grüße
aag

1 „Gefällt mir“