ich habe mal eine Frage bezgl. Lichtsteuerung, die gerade jetzt zur Herbstzeit wieder bei mir aufkommt:
Aktuell habe ich meine Lichtsteuerung so programmiert, dass bei einem bestimmten Lux-Wert, welcher Outdoor gemessen wird, die Beleuchtung aktiviert wird bzw. sich bei erkannter Bewegung in einem Raum dann einschaltet.
In unserem Haus ist es allerdings so, dass Räume unterschiedlich “hell” sind über den Tag. Unsere Küche ist bspw. immer etwas dunkler als das lichtdurchflutete Wohnzimmer. Das bedeutet, wenn es draußen noch hell genug ist und über dem Einschaltwert liegt, in der Küche es oftmals schon zu dunkel ist und man das Licht gerne eingeschaltet hätte.
Jetzt zu meiner Frage, wie ihr das umgesetzt habt:
Die Bewegungsmelder in den Räumen haben alle auch einen Helligkeitsmesser. Darüber könnte ich logischerweise ein Licht schalten, wenn es in einem Raum zu dunkel ist und hätte damit eine raumbasierte Steuerung unabhängig der gemessen Helligkeit von draußen. Das Problem ist nur, dass wenn das Licht eingeschaltet ist, der Raum ja dann durch das eingeschaltete Licht wieder über dem Helligkeitswert liegt und sich dann wieder ausschaltet.
Mein gesamtes Smarthome habe ich über Z-Wave realisiert und die üblichen Bewegungsmelder von Fibaro etc. verbaut.
Ja, das sollte definitiv über den tatsächlichen Raum-Helligkeitswert gelöst werden wenn deine Sensoren das hergeben. Es ist aber noch deutlich komplexer, je nach Raumnutzung. Lichtautomatik indoor ist mit das komplexeste was ich in meinem Smarthome umgesetzt habe.
Beim Eintritt des Präsenzstatus würde ich die Helligkeit messen und dann entscheiden ob Licht ein sollte oder nicht. Falls die Melder so zappelig sind dass sie auch während der Anwesenheit im Raum immer mal wieder den Status ändern: Pufferzeit einplanen und eine Variable setzen, welche als Präsenzstatus gewertet und erst nach einer Zeit X ohne Bewegung zurückgesetzt wird. Du willst ja nicht beim im Sessel sitzen (oder aufm Klo) dass das Licht aus geht. Das geht je nach Empfindlichkeit der Melder nur mit einer entsprechenden Verzögerung. Ausprobieren, Werte loggen bevor du die Automatik live schaltest und mal beobachten, was für Sensorwerte tatsächlich ankommen. Schlecht funktionierende Lichtautomatik nervt und macht schlechte Laune im Haushalt.
Während Präsenz im Raum würde ich Licht nicht automatisch ein- oder ausschalten. Das kriegst du praktisch nie so hin dass es als “organisch” empfunden wird. Eher immer so ein “huch!” Effekt. Ausnahme: Wenn du je nach Tageszeit Lichtstimmungen anpassen willst, kannst du mit sehr(!) langsamen Überblendzeiten den Dimmstatus einzelner Leuchten anpassen. Allerdings ist das eine haarige Angelegenheit und muss sehr gut geplant sein. Wenn eine Leselampe langsam runter dimmt oder das Arbeitslicht in der Küche, während dort jemand am schnippeln ist, nervt das total. Also zurückhaltend machen. Peu a peu ausrollen.
Und mit das wichtigste: Der Mensch hat Recht! Also wenn jemand den Lichtschalter betätigt, dann hat das zu gelten und Vorrang zu haben vor jedweder Automatik. Bspw. du willst Candle Light Dinner machen und schaltest das Licht ab, obwohl es dunkel ist. Nur ein Beispiel. Du willst nicht dass dann die Automatik gegen die Menschen und deren Wunsch anarbeitet. Bei mir ist es so gelöst, dass bei Betätigen von Lichtschaltern die Automatik pausiert wird bis das nächste Mal keine Präsenz im Raum ist.
Schlafräume: Heb dir das bis zum Schluss auf. Wenn überhaupt. Königsdisziplin. Ungewollte Festbeleuchtung um 2:00 Uhr nachts ist extrem unbeliebt bei allen Schlafenden.
Plane gut, probiere aus, schalte es erst allmählich stück für Stück live. Meine Lichtautomatik hat Jahre gebraucht bis sie komplett produktiv gesetzt wurde.
Im Normalfall sollte der Trigger „zu dunkel“ ja nur einmal am Tag vorkommen. Das lässt sich im Skript ja lösen, dass das die Lichtsteuerung nur einmal am Tag aktiviert werden darf. Oder Du fragst den Status der Leuchten ab. Wenn Leuchte an, dann darf Lichtsteuerung nicht deaktiviert werden.
Jein … ein SmartHome soll doch bei der Bedienung helfen. Wenn das bei dir anders ist …
@BennyS … ich habe das mit einer zweiten Schaltschwelle des Aussesensors gelöst. Ansonsten steht kann ich mit der Handbetätigung die Automatik, wie oben schon erwähnt, pausieren lassen.
Ich habe ebenfalls das Bedürfnis bei verschiedenen Helligkeitswerten verschiedene Lichtgruppen zu schalten. Meine Lösung:
Als Trigger zum Schalten verwende ich zusätzliche boolsche Variablen (true = AN, false = AUS).
Diese Variablen schalte ich bei bestimmten Lichtwerten die dann frei festgelegt werden können. Damit ich die Schaltpunkte einfach verstellen kann, habe ich weitere Float-Variablen angelegt, mit denen die tatsächliche Helligkeit verglichen wird. Geschaltet wird dann bei Über- oder Unterschreitung der vorgegebenen Werte.
Da hast Du zwar Recht aber meistens bleibt es bei einem solchen Gewitter dunkel und es reisst nicht gleich der Himmel wieder auf. Aber ja - im Grundsatz ist der Einwand berechtigt.
Es bleibt aber trotzdem die Möglichkeit die Auswertung der Helligkeit an den Status der Leuchten zu koppeln.
Das funktioniert in allen Räumen wunderbar und man kann immer am Taster auch übersteuert werden, falls gewünscht. Ich sage, Präsenzmelder gehören in ausnahmslos jeden Raum.
Ich fände es hochinteressant, wie das konkret funktioniert. Als Luminostat? Oder Szenensteuerung? Und was genau geschieht bei Betätigung eines Lichttasters? Wird der Präsenzmelder dann deaktiviert? Für wie lange?
Nach meinen persönlichen Erfahrungen mit Lichtautomatik in verschiedenen Haushalten bin ich sehr skeptisch, dass es Präsenzmelder gibt, welche alles zufriedenstellend out of the box lösen können. Außer die Ansprüche sind geringer als ich es gewohnt bin, oder es gibt ein Wunderprodukt von dem ich nix weiß.
Na ja, Symcon ist natürlich mit im Spiel. Wenn zum Beispiel der Nachtmodus des Kinderzimmers aktiviert wird, wird der Melder gesperrt.
Ansonsten laufen alle Melder im Bereich Konstantlichtregelung. Wird eine Szene aktiviert, zum Beispiel “Kochen” in der Küche, dann gehen alle Lichter an und der Melder wird gesperrt.
Ein gesperrter Melder entsperrt sich, wenn 15 Minuten lang keine Präsenz im Raum detektiert wird.
Bei allem hier genannten ist aber Symcon mit im Spiel.
Nach einigem “probieren” habe ich nun die Lösung gefunden, dass bei einem Fibaro Motion Sensor die Variable für Bewegung eingeschaltet bleibt, solange er in einem definiertem Zeitfenster weitere Bewegungen wahrnimmt. Damit ist der Lux-Wert nach eingeschaltetem Licht erstmal egal.
Wenn das Licht dann einmal ausgeschaltet wird, da keine Bewegung festgestellt wurde, aktualisiert sich auch wieder der Lux-Wert auf die Helligkeit ohne Licht und bewertet die Situation von vorne.
Jetzt bleibt nur spannend wie lange die Batterien in dem Motion Sensor halten, da die Werte für die Erkennung relativ fein eingestellt wurden.