Auslesen von Heizkostenverteilern

Hallo!

Da ich vor der Notwendigkeit stehe künftig eine Heizkostenabrechnung (inner-familiär) durchführen zu müssen, frage ich mich ob schon jemand von euch sowas realisiert hat.

Es gibt das ja durchaus Sensoren am Markt erhältlich (z.B Techem), die sich über Funk auslesen lassen. Fragt sich nur, wie bekommt man die Daten in Symcon rein.

Bin für jede Idee dankbar!

Grüße

Rüdiger

Ich betreue einige gewerbliche Objekte bzw. Mietobjekte, dort sind meistens geeichte Wärmemengenzähler vorhanden, die über MBUS oder KNX ausgelesen werden.

Wenn ich die Wahl habe und mit entscheiden darf, dann setze ich auf KNX Secure Zähler, denn nur dort kann ich 100%ig sicherstellen, dass die Kommunikation vom Zähler zu IP-Symcon verschlüsselt stattfindet und keine Manipulation der Daten stattfinden kann.

Auf Funk würde ich bei so etwas grundsätzlich nicht setzen.

Grüße

Hallo und Danke für die Rückantwort.

Ich nehme aber auch mal an, dass Du echte Zähler, die in Vor- und Rücklauf eingebaut werden nutzt.

Das werde ich im Altbau nicht nachvollziehen können - und wie schon geschrieben, es bleibt ja auch in der Familie, nur der besseren Gerechtigkeit wegen :slight_smile:

Aber mal angenommen, die Richtung geht nach KNX, womit arbeitest Du?

Was funktioniert mit Symcon?

Danke und Grüße

Also die vermieteten Objekte, von denen ich sprach, da ist kein neu gebautes dabei. Das sind alles Bestandsgebäude. Für eine Heizungsfirma war es kein Problem, in Vor- und Rücklauf der Wohnungen entsprechende Zähler einzubauen. In meinem eigenen Altbau ist diese Nachrüstung auch problemlos möglich. Aber da verlassen mich dann meine Kenntnisse aus dem Heizungsbereich.

Lingg und Janke hat da viele tolle Produkte im Sortiment.

Alles was man möchte. Ich weiß, dass ein Objektverwalter einen Zugang zur Visualisierung bereitstellt, wo die Mieter in Echtzeit ihre Zählerstände einsehen können. Ein anderer schickt immer am 1. eines Monats per E-Mail den aktuellen Zählerstand.

Da funktionert vieles.

Alles klar, schaue ich mir an - vielen Dank!

Spätestens bei der Abrechnung ist es mit dem einfachen Auslesen der HKV vorbei - HKV liefern dimensionslose Werte, die entweder als Produktskala (bei den “großen” Anbietern nur techem) oder als Einheitsskala definiert sind. Bei der Produktskala sind Kq und Kc im HKV gespeichert, und die angezeigten Werte sind dann zwischen verschieden Heizkörpern vergleichbar. Kc ist dabei ein Faktor, der die Leistung des Heizkörpers wiedergibt. Den Wert gibt der Hersteller des Heizkörpers an, man muss nur für alle Heizkörper im Haus die Werte für eine einheitliche Vorlauftemperatur nehmen. Kq repräsentiert die Wärmeleitfähigkeit zwischen Heizkörperoberfläche, HKV-Montageplatte und HKV. Kq ist abhängig vom HKV-Hersteller, der Art der Montageplatte, der Art der Montage (üblich sind Schweißbolzen aus Plattenheizkörpern, aber bei Handtuchtrocknern oder Fernfühlern gibt es manchmal verschiedene Montagelösungen) und dem Heizkörpermodell. Kq-Werte gibt es vom Hersteller frei verkäuflicher HKV meist in einer Datenbank für mehrere tausend Heizkörper. Alternativ gib es Firmen, die die den Kq gegen Gebühr nennen oder ggf. bestimmen (muss man unter Laborbedingungen messen).

Die HKV senden die Messwerte üblicherweise verschlüsselt mehrmals täglich an Netzwerkknoten im Haus, von dort per GSM zur Metering-Plattform des HKV-Herstellers und von dort per E-Mail alle 2 Wochen an Dich (oder direkt auf Deinem Dateiserver).

Man kann sich in alles reindenken, die Berechnungen sind am Ende auch nicht wirklich schwierig, aber Du musst wissen, worauf Du Dich einlässt. HKV können selten auch mal ausfallen, Montagen können abbrechen, die Reparatur musst Du im Griff haben. Für 3-5 Wohnungen würde ich nur ein Walk-by nehmen, wo Du den Knoten vor Ort ausliest. Brauchst aber in jeden Fall spezielle Hardware dafür.

Fremde HKV oder Knoten auszulesen, kann funktionieren, wenn

  • die Daten nicht verschlüsselt gesendet werden
  • Du die Funk-Hardware des HKV-Herstellers hast
  • oder unverschlüsselt im c-Mode gesendet wir (sehr unwahrscheinlich)

Es gibt Kurse, in denen man das alles lernen kann

VG

Hallo Swooper!

Danke für die Info, das war sehr informativ und wertvoll für mich und hat mich nochmal zum Nachdenken gebracht.

Was ich versucht hätte, wäre in der Tat ein System zu nehmen, bei dem mir der Lieferant die Werte mitliefert und dann dass Zentrale selbst auszulesen.

Momentan ist bei mir nicht die Rede von Vermietung, eher von Kostenteilung mit meiner Schwester, wobei ich aber nicht allzu häufig vor Ort sein werde - und daher auch eher weniger Heizbedarf habe.

Daher scheue ich halt auch die Kosten für einen externen Anbieter - möchte aber trotzdem fair sein und die Anteile gerecht aufteilen.

Außerdem wäre es mal wieder ein Bastelprojekt :wink:

Vielen Dank für Deinen vertvollen Input.

Rüdiger

Auch bei externen Anbietern gibt es einiges zu bedenken:

  • Heizkosten werden nach Verbrauch und nach Wohnfläche verteilt, 50:50 ist üblich, bis 70:30 ist zulässig
  • HKV leben 10 Jahre, entsprechend sind die Vertragslaufzeiten
  • Kosten: Gerätemiete pro Stück + Auslesen pro Stück + Auslesen pro Wohnung + Berechnung pro Mieter/Bewohner + Miete der Knoten + Miete des Gateways….. jeder Anbieter berechnet anders, d.h., aufpassen, dass alle Positionen im Angebot erfasst sind. Auch das Erstellen der Abrechnung. Die drei großen Anbieter sind nicht um sonst ziemlich groß…
  • Wasserzähler kann man gleich mit in das System nehmen. Ist gar nicht so teuer. Aber: Kaltwasserzähler haben Eichfristen von 5 Jahren und Vertragslaufzeiten von 5 Jahren. Beim Warmwasser sind es 4 Jahre. Durch die unterschiedlichen Laufzeiten kannst Du den Anbieter nicht wechseln, ohne am Ende für etwas zu bezahlen, was Du gar nicht mehr brauchst. Ausweg ist höchstens ein Eigentümerwechsel der Immobilie, wenn Du im Vertrag nicht dazu verpflichtest bist, beim Verkauf einem neuen Eigentümer die laufenden Verträge zur Übernahme “aufzuzwingen”
  • Wenn Du einen fremden Anbieter nimmst, wird das kein Verbrauchervertrag. Das Thema ist immer b2b, also kein Verbraucherschutz etc..

Das Thema ist ziemlich zickig und teuer. Wir kommen mit eigenen Geräten wesentlich besser klar als mit einem fremden Anbieter. Lehrgeld hat es aber schon gekostet.

Falls Ihr getrennte Heizkreise habt, könntet Ihr Wärmemengenzähler einbauen. Die sind handlicher. Kostenverteilung müsst Ihr Euch dann einigen zwischen 50:50 bis 30:70 für Flächenanteil:Verbrauchsanteil. Für Doppelhaushälften ist 30:70 gut, da man nur wenig passive Heizung von dem anderen bekommt. Liegen die Wohnungen übereinander, braucht das Dachgeschoss mehr Heizung als die Wohnung darunter, deshalb dann 50:50