Update 19.09.2026: Seit diesem Beitrag ist viel passiert. Vier neue Hersteller (DaheimLader, ABL, Fox ESS, Peblar), ein Symbox-Gateway-Weg, Netzwerksuche für alle neuen Geräte und mehrere Korrekturen aus euren Rückmeldungen. Alle Neuerungen und den aktuellen Stand (0.9.91) findet ihr hier: Nachtrag mit allen Änderungen
Moin zusammen,
nach dem InverterHub (Wechselrichter) und dem MeterHub (Energiezähler) fehlte im Baukasten noch das Stück, das nicht nur misst, sondern eingreift: ChargerHub liest Wallboxen per Modbus TCP aus und steuert sie - Ladefreigabe, Stromlimit, beim go-eCharger auch die Phasenumschaltung. Wieder ein gemeinsames Treibergerüst statt eines eigenen Moduls je Hersteller; wer die beiden anderen kennt, findet sich sofort zurecht.
Ein Hersteller ist an echter Hardware verifiziert, einer gegen eine erprobte Referenzumsetzung abgeglichen, zwei sind aus der Herstellerdoku abgeleitet. Genau dafür suche ich Rückmeldungen.
Die zwei Module
- ChargerHub - die Auslese- und Steuerinstanz. Hersteller wählen, IP eintragen, Datenpunkt-Gruppen aktivieren. Ein kleiner Kern (Ladestatus, Ladeleistung, Energie) ist immer aktiv, alles Weitere je Gruppe zuschaltbar.
- ChargerHub Suche - durchsucht einen IP-Bereich und legt gefundene Wallboxen automatisch als Instanz an. Die Erkennung läuft über charakteristische Register mit Plausibilitätsprüfung, nicht über Rateverfahren.
Nur ein Regler je Wallbox - das eigentliche Thema
Bei Zählern und Wechselrichtern ist die Frage „wer schreibt?" meist schnell beantwortet. Bei Wallboxen ist sie das Problem, und sie wird gerade schlimmer:
- der go-e Controller kann Überschussladen selbst regeln,
- Tibber Grid Rewards vermarktet Regelenergie inzwischen über die Wallbox,
- ein Lastmanagement verteilt Ströme über mehrere Ladepunkte,
- ab EnWG §14a kommt die Dimm-Vorgabe des Netzbetreibers dazu,
- und dann möchte auch noch ein Energiemanagement optimieren.
Alle greifen auf dieselbe Stellgröße zu. Setzen zwei davon gleichzeitig das Stromlimit, überschreiben sie sich gegenseitig - die Wallbox pendelt, und im Log sieht man nur, dass „irgendwer" den Wert geändert hat. Bei Tibber kann das sogar Geld kosten, weil eine zugesagte Regelenergie- Erbringung gestört wird.
Deshalb hat jede Instanz das Feld „Wer regelt diesen Ladepunkt?" — Niemand, Energiemanagement, go-e Controller, Tibber (Regelenergie), §14a-Steuerung, Direktvermarkter oder Sonstiges. Steht dort etwas anderes als „Niemand"/„Energiemanagement", meldet das Modul über seine Schnittstelle: Finger weg, hier regelt schon jemand — ein Energiemanagement liest den Ladepunkt dann nur noch mit. Bewusst von Hand gesetzt: Ob ein go-e Controller oder Tibber gerade mitregelt, steht in keinem Modbus-Register; das Modul könnte es allenfalls raten, und Raten ist hier die schlechteste Option.
Zwei weitere Bausteine für den Fall, dass dieselbe physische Wallbox über zwei Module gleichzeitig läuft (z. B. beim Umstieg auf OCPPHub, oder wenn eine Übergangszeit lang beide parallel angebunden sind): Ein Feld „Diese Wallbox ist dasselbe Gerät wie …" markiert eine Instanz als technische Dublette — das betrifft nur die Zählung (Summen/Sitzungen/Leistung überspringen sie zugunsten der ausgewählten), nicht die Steuerungshoheit, die weiterhin allein über „Wer regelt?" läuft. Eine Instanz kann also gleichzeitig als Dublette markiert UND der aktive Regler sein. Für den kompletten Stopp (Messen UND Steuern, z. B. eine endgültig abgelöste Alt-Instanz) gibt es zusätzlich CHUB_SetActive($id, bool) als Skript-Funktion. Und weil beim go-eCharger eine Ladefreigabe „Aus" geräteseitig eine harte Zwangs-Sperre setzt, die JEDEN Kanal (App, OCPP, Symcon) blockiert, bis sie wieder aufgehoben wird.
Darunter liegt eine zweite Grenze, die unabhängig von allem gilt: der maximale Anschlussstrom je Instanz. Was ein übergeordneter Regler anfordert, ist ein Wunsch - der Treiber klemmt jeden Schreibvorgang hart auf diesen Wert (und zusätzlich auf das Hardware-Maximum der Wallbox). Ein Rechenfehler im Energiemanagement soll nicht an der Zuleitung ankommen.
Unterstützte Wallboxen
Legende:
an echter Hardware bestätigt ·
gegen eine an echter Hardware erprobte Referenzumsetzung abgeglichen ·
aus Herstellerdoku umgesetzt (Feldrückmeldung willkommen)
| Wallbox | Status | Anmerkung |
|---|---|---|
| go-eCharger (Gemini, HOME+, V3/V4) | An zwei Geräten im Betrieb. Mit Abstand der größte Funktionsumfang: neben Status/Leistung/Energie auch Leistung je Phase, aktiv genutzte Phasen, Kabelcodierung, Adapter, RFID-Karte. Steuerbar: Ladefreigabe, Stromlimit, Phasenumschaltung, Zugangskontrolle, Kabelverriegelung, Energielimit je Ladevorgang, LED-Helligkeit. Die Steuerwerte werden vom Gerät zurückgelesen - was jemand in der App umstellt, ist in Symcon sichtbar | |
| KEBA KeContact (P30, P40) | Registerkarte gegen die evcc-Umsetzung abgeglichen, die an realer Hardware erprobt ist. Ladestatus, Kabelstatus, Leistung, Energie gesamt + Ladevorgang, Strom/Spannung je Phase, Steuerung bis 63 A. P40: dort läuft die Ladefreigabe über das Stromlimit statt über ein eigenes Register - noch nicht gesondert behandelt | |
| Alfen (Eve Single/Double Pro-line, NG9xx) | Sockelstatus, Leistung, angewandtes Limit, Spannung/Strom je Phase, Steuerung. Alfen verlangt eine Gültigkeitsdauer für jeden Sollwert - das Modul erneuert sie mit. Derzeit nur Sockel 1 | |
| Heidelberg Energy Control | Ladestatus, Leistung, Strom/Spannung je Phase, Platinentemperatur, Steuerung bis 16 A (mehr kann das Gerät nicht) |
Alle Registeradressen stehen im Beschreibungsfeld jeder Variable (Objekt-Manager, Spalte „Beschreibung") - praktisch für den Abgleich mit dem Handbuch.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Modul, mehrere Hersteller - austauschbare Treiber, gemeinsame Konventionen.
Netzwerksuche über Port 502 mit Abbrechen-Knopf und Fortschrittsanzeige.
Steuerung aus Symcon heraus - Ladefreigabe und Stromlimit per Skript, Ablaufplan oder Energiemanagement; beim go-eCharger zusätzlich die Phasenumschaltung, der wichtigste Hebel beim Überschussladen (einphasig ab ~1,4 kW, dreiphasig ab ~4,2 kW).
Maximaler Anschlussstrom je Instanz - harte Grenze bei jedem Schreibvorgang.
Regler-Kennzeichnung für Ladepunkte, die schon jemand anderes regelt (siehe oben), plus Dubletten-Markierung für dieselbe Wallbox über zwei Module.
Vorführmodus für öffentliche Demo-Instanzen - Steuerung serverseitig gesperrt, Messwerte bleiben normal sichtbar.
RFID-Kartenzähler beim go-eCharger (Name + Energie je Karte) - kommt nur über MQTT, kein Modbus-Register dafür vorhanden.
CHUB_GetFunctions($id)- dieselbe Schnittstellenidee wieMHUB_GetFunctions: Leistungs- und Energievariablen, Steuer-IDs, Fahrzeugerkennung, Geräteidentität (Seriennummer/Host/ Hersteller, fürs Erkennen derselben Wallbox über mehrere Module) und die Regler-/Dubletten- Kennzeichnung als JSON.
Anschluss-Besonderheiten (kurz)
- go-eCharger: Modbus muss in der go-e-App erst freigeschaltet werden (Internet → Erweiterte Einstellungen → Modbus). Und dann der Stolperstein, der hier einen Abend gekostet hat: Steht die Einstellung bereits auf „aktiv", heißt das nicht, dass der Server läuft — einmal aus- und wieder einschalten hilft. Prüfen lässt sich das im Browser mit
http://<wallbox-ip>/api/status?filter=men. Solange Port 502 zu ist, findet die Suche schlicht nichts. Firmware 60.3 vertauschte außerdem die Byte-Reihenfolge (dafür gibt es einen Schalter, mit 60.4 behoben). Kleine Besonderheit am Rande: go-e unterstützt kein Schreiben einzelner Register - alles läuft über FC 0x16. - KEBA: Unit-ID werkseitig 255. Alle Werte sind 32 Bit über zwei Register - auch der Ladestatus. Wer ihn als einzelnes Register liest, bekommt immer 0 und sucht den Fehler lange an der falschen Stelle. (Ja, genau das war hier der erste Versuch.)
- Alfen / Heidelberg: Unit-ID werkseitig 1, Port 502.
- Alfen: Eve Double bedient derzeit nur Sockel 1.
Installation
Über den Module Store installierbar - Kanal Beta auswählen (Modulverwaltung → Modul hinzufügen → Store, „NRG-Stack ChargerHub" suchen, Kanal auf Beta stellen).
Status und was ich brauche
Das Ganze ist Beta und frisch. Rückmeldungen sind ausdrücklich erwünscht - bitte mit Hersteller, Modell und betroffenem Register/Wert.
Ganz konkret fehlt mir Hardware für:
- Alfen Eve - kein Gerät zur Hand, der Treiber ist reine Doku-Arbeit. Wer eine Eve besitzt und einen Blick riskieren mag: sehr gerne. Beim Eve Double interessiert mich besonders der zweite Sockel, den ich dann nachziehen kann.
- Heidelberg Energy Control - dito.
- KEBA P40 - die Ladefreigabe funktioniert dort anders als beim P30. Mit einer Rückmeldung baue ich das sauber ein.
Und zwei Wallboxen stehen auf der Liste, mir fehlen die Registertabellen:
- Vestel EVC04 und Webasto Unite (gleiche Plattform - ein Treiber, zwei Marken)
- ABB Terra AC
Wer eine Modbus-Adressliste oder eine funktionierende Symcon-Vorlage hat: her damit. Geraten wird nicht - falsche Registeradressen liefern still falsche Werte, und bei einem Gerät, das 11 kW schaltet, ist das keine akademische Frage.
Die Modulfamilie: der NRG-Stack
ChargerHub steht nicht allein. Über die Zeit ist ein ganzer Baukasten entstanden - der NRG-Stack -, dessen Teile zusammenarbeiten, aber jedes Modul läuft auch für sich. Es gibt keine Pflichtabhängigkeiten: Fehlt der Partner, fällt nur dessen Zusatzfunktion weg.
Für ChargerHub heißt das: Ohne Partner ist es eine Wallbox-Anbindung mit Handsteuerung - Ladefreigabe und Stromlimit per Skript oder Ablaufplan, das reicht für „lade nachts" oder „lade nur mit 8 A" völlig. Mit MeterHub und InverterHub daneben kennt das Energiemanagement Erzeugung, Netzbezug und Verbrauch - und kann daraus echtes Überschussladen machen, inklusive Umschalten zwischen ein- und dreiphasig.
Was noch kommt
- Weitere Hersteller, priorisiert nach Verbreitung und danach, ob sie überhaupt Modbus TCP sprechen. Das ist die unangenehme Wahrheit dieses Marktsegments: Einige der meistverkauften Wallboxen (easee, Wallbox Pulsar Plus) bieten lokal gar kein Modbus an, sondern nur Cloud oder Bluetooth - die sind mit diesem Ansatz grundsätzlich nicht erreichbar. Nächste Kandidaten sind deshalb Vestel/Webasto, ABB Terra AC, SMA EV Charger und Mennekes Amtron.
- Phasengenaues Stromlimit bei Wallboxen, die das können, statt eines Summenlimits.
- Alfen Eve Double - zweiter Ladepunkt.
- §14a-Anbindung: Kommt die Steuerbox, wird die Dimm-Vorgabe nicht in dieses Modul wandern, sondern in ein eigenes. Eine gesetzliche Vorgabe darf nicht davon abhängen, ob gerade ein Energiemanagement läuft; und der Anschlussstrom-Riegel hier unten greift ohnehin unabhängig davon.
Danke fürs Lesen - und fürs Testen! ![]()
