Seit einer Weile wundere ich mich, warum mein Energiespeicher den Geschirrspüler nicht komplett kompensieren kann. Im genaueren Hinsehen habe ich jetzt festgestellt, dass der Energiespeicher bei der Einspeisung alles unter 100% gut kompensiert, aber wenn der Bedarf die 100% übersteigt, dann setzt der Energiespeicher im Energiemanager die Entlade Variable auf glatte 50% und pulsiert minütlich einmal kurz auf 100% und gleich wieder zurück auf 50%. Das sieht man gut in den beiden Diagrammen.
Das erste Diagramm zeigt in hellblau den Stromverbrauch und in dunkelblau den Strombezug aus dem Netz. Alles dazwischen ist die Entladeleistung aus dem Energiespeicher.
Das zweite Diagramm zeigt die „Entlade Variable“ die im Energiemanager beim Energiespeicher definiert ist. Und dort sieht man eben, wenn die Entladung auf 100% schalten soll aber immer gleich auf 50% zurück schaltet. Dieser Impuls kommt einmal pro Minute.
Noch zur Erläuterung ist zu sagen, dass unter „Maximaler Verbrauch“ 2000 W definiert ist. Das habe ich als Ladeleistung für den Energiespeicher verstanden. Die Entladung kann maximal 2500W sein. Unterhalb dieser Schwelle funktioniert das ja auch.
Außerdem ist noch zu sagen, dass die Ladeleistung und Entladeleistung jeweils in % ausgegeben wird und über ein Aktionsskript dann die Modbus-Variable für den Victron berechnet und gesetzt wird. Ich denke aber, dass es an der Stelle irgendwas im Energiemanager ist, weil ja schon die Enlade Variable so komisch aussieht. Aber @Dr.Niels hat da sicherlich eine Erklärung und für mich einen Hinweis, was ich anders konfigurieren sollte oder ob ich einen Denkfehler habe?
Die Variable ist tatsächlich sowohl für Ladung als auch Entladung gedacht. Differenzen sind da aktuell nicht umsetzbar. Aber das erklärt dein Verhalten noch nicht so ganz.
Ist überhaupt der Energie Manager dafür verantwortlich? Eine Theorie könnte ja auch sein, dass der Energie Manager auf 100% schaltet, aber das Gerät selbstständig auf 50% zurückgeht oder so. Denn prinzipiell schaltet der Energie Manager pro Durchlauf den Energiespeicher maximal ein mal. Sofern dein Intervall nicht entsprechend niedrig gewählt ist, passt das also nicht, dass der Energie Manager sowohl einmal hoch und direkt wieder runterschaltet.
Oh man, den Klaps auf den Hinterkopf habe ich leider wieder gebraucht. Peinlich, aber vielen Dank Niels für deine Geduld und dein Mitdenken!
Ich hatte eine Aktion noch versteckt, die bei dem Wert 100% auf 50% schaltet, warum auch immer das mal notwendig war oder ich mir damals dabei gedacht hab?
ich habe aktuell ein Verständnisproblem mit dem Energiemanager bzw. der Einspeiseregelung.
Folgendes Szenario:
PV-Anlage mit max. 100 kW
Einspeisebegrenzung auf 30 kW eingestellt
aktueller Betriebsverbrauch ca. 9 kW
Speicher lädt bzw. entlädt nicht
Der Energiemanager begrenzt die PV-Leistung auf 30 kW. Dadurch produziert die Anlage auch nur 30 kW. Bei 9 kW Eigenverbrauch werden dann aber nur rund 21 kW ins Netz eingespeist.
Eigentlich würde ich erwarten, dass der Energiemanager die PV-Leistung auf etwa 39 kW anhebt, sodass 9 kW im Betrieb verbraucht werden und die erlaubten 30 kW tatsächlich eingespeist werden.
Interessant ist: Sobald der Speicher mit z. B. 20 kW lädt, erhöht der Energiemanager die PV-Freigabe auf etwa 50 kW. Der Speicherverbrauch wird also offenbar berücksichtigt.
Was ich nicht verstehe: Der normale Betriebsverbrauch scheint bei der Berechnung nicht berücksichtigt zu werden. Dadurch bleibt die tatsächliche Einspeisung deutlich unter der erlaubten Grenze.
Jetzt frage ich mich, ob ich irgendwo einen Denkfehler habe oder ob dem Energiemanager eventuell der aktuelle Betriebsverbrauch explizit mitgeteilt werden muss, damit er diesen bei der Berechnung berücksichtigt.
Oder sollte der Energiemanager anhand der Werte am Netzanschlusspunkt eigentlich selbst erkennen, dass noch Einspeisereserve vorhanden ist?
Ziel wäre ja, die erlaubten 30 kW Einspeisung möglichst auszuschöpfen und nicht unnötig darunter zu bleiben.
Der Energie Manager verrechnet alle eingetragenen Geräte und rechnet diese dazu, so wie du es bei deinen 9 kW erwarten würdest. Wenn das Gerät aber nicht eingetragen ist, dann wird es auch nicht verrechnet. Läuft also beispielsweise ein Herd mit 4 kW, der gar nicht im Energie Manager eingetragen ist, dann würden 4 kW „zu wenig“ eingespeist werden. Passt das auf deine Situation?
Ich habe hier aktuell das Problem dass der EnergieManager ständig meine Wallbox ausschaltet weil “Deaktiviert, da Gerät nicht reagiert”. Leider werde ich aus dem Log nicht schlau.. da steht garnichts zur deaktivierung drin; es sieht aber so aus als ob die Wallbox etwas weniger verbraucht als sie sollte (ca 3530W anstatt 3680W), und nach ein paar Versuchen dass zu korrigieren wird sie dann abgeschaltet.
Log von vorhin; um 11:04:29 wurde deaktiviert: dump.txt (15,5 KB)
Kann das irgendwo ein Konfigurationsproblem sein, oder ist das ein Fehler im Energiemanager? Danke!
Dito hier, @Nils, hatte ich ja schon mal beschrieben.
Bei mir ist es der Go-e Charger Pro zusammen mit einem ID7. Bei einphasigem Laden wird nach 14A die Ladeleistung nicht mehr erhöht, wodurch o.g. Reaktion des EM auftritt. Ich habe daher 14A als Maximum eingestellt.
Allerdings wird im 3-phasigen Betrieb schon noch ab 14A die Leistung erhöht, wodurch im 3-phasigen Betrieb zusammen mit dem EM leider Leistung verloren geht (die 14A gelten für 1- wie 3-phasigen Betrieb).
Eine richtig schöne Lösung gibt es dafür aktuell nicht. Aber du könntest den Herd als Verbraucher eintragen. Wichtig wäre die passende Variable für den „aktuellen Verbrauch“, aber er bräuchte auch eine Schaltvariable (notfalls Dummy), damit das Gerät als „OK“ markiert wird. Diesen Herd-Verbraucher schaltest du dann vom Modus her nicht auf Automatisch. Damit sollte das alles mit einbezogen werden.
Dito hier, @Nils, hatte ich ja schon mal beschrieben.
Bei mir ist es der Go-e Charger Pro zusammen mit einem ID7. Bei einphasigem Laden wird nach 14A die Ladeleistung nicht mehr erhöht, wodurch o.g. Reaktion des EM auftritt. Ich habe daher 14A als Maximum eingestellt.
Allerdings wird im 3-phasigen Betrieb schon noch ab 14A die Leistung erhöht, wodurch im 3-phasigen Betrieb zusammen mit dem EM leider Leistung verloren geht (die 14A gelten für 1- wie 3-phasigen Betrieb).
Nehmen wir mal die ganzen Hintergründe, wie es unter der Haube funktioniert raus. Was würdest du dir denn in solche einer Situation wünschen? Der Energie Manager schaltet, wie ja definiert, auf 15A, das Gerät nimmt den Schaltvorgang aber nicht an, auch wiederholt nicht. Wie könnte der Energie Manager jetzt in der Lage sein zu erkennen, dass das Gerät ein „falsches“ Maximum eingestellt hat und nicht einfach nicht reagiert? Ich habe da aktuell ehrlich gesagt keinen Ansatz, daher bin ich gerne für kreative Ideen offen. Wie gut sich das dann mit der aktuellen Implementation verheiraten lässt ist dein meine Herausforderung ^^
Also wenn ich das richtig sehe ist es in meinem fall zu dem ich das log gepostet habe ja so:
EnergieManager will dass das gerät auf 16A schaltet (3680/230 = 16)
Gerät meldet verbrauch von 3540, also ca 15,4A
Meine Wallbox kann nur in 1A schritten regeln; ich gehe davon aus dass die fehlenden ~140W hier durch Leistungsverluste entstehen.
Hier fehlt dann imo einfach eine gewisse “toleranz”? Die muss man imo auch nicht extra konfigurieren.. der EnergieManager weiss ja dass die Schrittgrösse 1A ist (integer variable als ziel). Wenn man davon ausgeht dass die tatsächliche last durch verluste immer nur kleiner sein kann als das ziel, dann wäre ja alles >15A (3450W) hier ok.
Bleibt noch die Frage warum dieser Fehler nur manchmal auftritt.. vielleicht gibt es intern schon irgendeine Logik mit Toleranzen o.ä., und das Problem tritt bei mir in dem Setup nur genau zwischen 15A und 16A einphasig auf.. schwer rauszufinden, aber vermutlich am Ende dann auch irrelevant, wenn die allgemeine Logik solche Fälle abdecken würde.
Das Problem ist nicht der Ist-Wert. Dieser darf komplett unabhängig vom Sollwert auf einem beliebigen Wert sein, damit kommt der Energie Manager klar. Das Problem ist, wenn der Sollwert sich nicht wie geschaltet anpasst.
Stell dir vor du hast in deinem Wohnzimmer ein Thermostat. Du möchtest es schön warm haben und stellst es auf 23 °C. Es ist aber Winter und du hast das Fenster auf. Damit ist die Ist-Temperatur eher bei 10 °C. Am Thermostat sollte aber trotzdem 23 °C als gewünschte Temperatur stehen. Aber dein „Wallbox-Thermostat“ wird auf 23 °C gestellt und springt dann auf 20 °C Sollwert runter (weiterhin unabhängig von den 10 °C Ist-Temperatur). Und das wird vom Energie Manager als Fehler aufgefasst. Würde es sicherlich auch von dir, wenn du da am Thermostat drehen würdest und das komisch rumspringt
Und so ist es halt auch bei deiner Wallbox. Der Energie Manager schaltet den Sollwert auf 16 A, dieser wird aber nicht angenommen und stattdessen auf 14 A gesetzt. Das sollte ja aber komplett unabhängig vom Ist-Wert sein. Wenn das Gerät dann einen niedrigeren Realverbrauch melden würde, wäre das kein Problem, solange der Soll-Wert korrekt eingestellt bleibt.
tharit: Hast du mal geschaut, wie groß der Unterschied der abgegebenen Leistung zwischen 15A und 16A ist? Denn so wie ich Dr.Niels verstanden habe, ist nicht die fehlende Leistung das Problem, sondern der zu kleine Unterschied zwischen den Leistungsstufen (daher die Aussage des EM, dass das Gerät nicht reagiert).
Ich hätte da keine Lösung, wie der EM ein “Nichtreagieren” von einer sich einfach nicht ändernden Leistung unterscheiden sollte. Daher mein Workaround mit den max. 14A. Einzig, wenn sich Leistungsdaten von der WB noch ändern (wenn auch im Watt-Bereich), heißt es ja, dass die WB noch aktiv ist und nicht z.B. abgestürzt ist.
Die 16A werden schon angenommen, aber die Leistung ändert sich halt nicht mehr oberhalb 14A. Wobei, die (optionale) Leistungangabe der WB habe ich bei mir aus dem EM ja schon rausgenommen. Ich teste am WE auch nochmal …
Wenn sich der Sollwert wie geschaltet anpasst, dann dürfte das Gerät nicht auf inaktiv geschaltet werden… Bist du sicher, dass der Sollwert immer exakt wie vorgegeben geschaltet wird?
Ja, da bin ich mir sicher. Allerdings hatte ich wegen meines anderen Problems mit den durch die Gegend wabernden Sollleistungen ja den optionalen aktuellen Verbrauch rausgenommen (was für das Problem absolut geholfen hat) und weiß jetzt nicht mehr, ob ich danach auch die 14A wieder auf 16A gesetzt habe. Probiere ich am Wochenende aus.
@tharit : ich habe deine Frage jetzt etwas gekapert, sorry! Trotzdem die Frage an dich:
hast du in der WB-Einstellung den aktuellen Verbrauch (optional) mit einer Variable verknüpft?
Ändert sich dein Sollwert an der WB, wenn der EM von 15A auf 16A schaltet?
Ja, ich habe den aktuellen Verbrauch mit einer Variable verknüpft. Und ich habe gestern mal das Logging für die “Soll” Variable eingeschaltet .. also bei mir die stromstärke in A… um das zu überprüfen.
Um 11:01:34 heute morgen wurde die Wallbox wieder auf Inaktiv geschaltet. Zu dem Zeitpunkt war die Wallbox relativ konstant seit längerer Zeit bei ~3540W (siehe Verbrauchskurve vom Wallboxzähler); das Soll stand seit 10:46:04 bei 16A (siehe Screenshot unten vom Archiv).
Habe hier auch den Dump vom Energiemanager. Irgendwann (Blockade durch Conditions/Timer abgelaufen) fängt er an die Wallbox auf 3680W regeln zu wollen - obwohl sie da ja schon war? - und dann schaltet er sie ab.